Stimme ich ein in das Loblied? Gebe ich auch meine Luft hinein in diese globale Blubberblase?

Nein! Ich betrachte das neue Werkzeug kritisch konstruktiv. Emotional bleibe ich distanziert.

Dank der KI von Shopify konnte ich jetzt in meiner Onlinegalerie ein visuelles Problem lösen, das mir zuvor einiges Kopfzerbrechen bereitete: Wie zeige ich meine Bilder ansprechend und maßstabsgerecht im Raum? Hier einige Ergebnisse.

So schnell hat sich die bildgebende KI-Technologie auch in meinen Alltag signifikant integriert und echten Mehrwert gebracht. Als Künstler betrachte ich sie dennoch kritisch, da sie Ihr faktisches Wissen und visuelles Können (noch) ungebremst aus dem Schaffen der Kreativen, Texter, Maler, Architekten, Fotografen, Modeschöpfer gewinnt. Wenn ich meine Bilder online zeige, bleibt genau darum ein mulmiges Gefühl zurück.

Die technische Reproduktion und durch KI jetzt auch massive Rekreation zerstört die traditionelle Aura der Kunst, eröffnet jedoch gleichzeitig neue politisch-ästhetische Möglichkeiten. Die entscheidende Frage ist, ob diese neuen Medien zur Emanzipation oder zur Manipulation der Massen eingesetzt werden.

Zurück zu Kunst und KI! Technische Rekreationsverfahren verändern das Wesen des Kunstwerks grundlegend. Das Kunstwerk verliert seine Aura – seine Einmaligkeit, Echtheit, Einbettung in Tradition und Ritual. Das hat schon Walter Benjamin festgestellt. Meiner Ansicht nach gewinnt jetzt das Original, das Unikat oder das Einzelstück einer Serie von Drucken oder Fotoabzügen wieder an Bedeutung. Wann ein Werk auch unter Verwendung von KI im Bildgebungsverfahren Originalcharakter hat, ist diskutierenswert. Hier beziehe ich mich auf den von mir hochgeschätzten Vilém Flusser.

Vilèm Flusser sieht die Gefahr einer neuen „Bilder-Totalität“. Technische Bilder können die Welt überformen, anstatt sie abzubilden. Sie erschaffen Scheinwelten, die sich selbst reproduzieren. Das Publikum verliert die Fähigkeit, Bilder kritisch zu entschlüsseln.

Ich nutze diese Chance für eine neue Form des Dialogs mit den ebenfalls technisch erzeugten Geldbildern, die auf wiederum technisch erzeugten Scheinbildern als anerkannte und beglaubigte Zahlungsmittel beruhen. KI habe ich zur Darstellung der Werke im Raum verwendet, jedoch nicht für die Kreation der ARTmoney-Originalbilder.

Wenn wir die Apparate kritisch beherrschen, statt von ihnen beherrscht zu werden, dann kann eine neue Form von dialogischer, spielerischer, kreativer Kommunikation entstehen, prognostiziert Vilém Flusser. Dann könnten technische Bilder Werkzeuge für eine freiere Gesellschaft sein.