Nach der Party schlafe ich in der Natur.
Na fast. Der Caddy ist mein Autobett.

Zwei freudetrunkene stehn noch, schwanken zwischen Sein und Labern und haben den Sonnenaufgang übersehen.

Der Punkbandleader hört seine eigenen Lieder und schnacht im Rasen.

Natur.
Ekelhaft.
Und doch bin ich im Naturverein,
wie viele hier.

Es krabbelt.

Es juckt mich überall.

Gefleuch macht mich ganz wuschig.

Sie sprachen von Angriffen enthemmter Pferdebremsengeschwader.

41 Grad.
Die Natur schlägt zurück.
Es ist auch unser Erbe. Ich hasse mich und die Wachstumsgeneration, die mich hervor gebracht.
Alles aufgeheizt und in den iHerzen doch so viel Konsumkälte des Alleshabenkönnens!

Gekräuch krabbelt an mir hoch und macht mich irre.
Schlaf flieht.

Dann kommt die Methanarmee!

Ja, auf den ersten Blick erscheint mit das auch romantisch, die Herde mit den süßen kleinen Kälbern.

Treudumme Kuhaugen erspüren meinen Blick.

Sunset „in the middle of (absolut) Nüscht“ Nüscht als Ungeziefer!

Schlafen? – Wie machen die das alle?

Fleckeriesen! Mächtig gewaltig!

Schwere Schritte unförmiger Quadratkörper nähern sich.
Ich checke, ob es Distanzmaßnahmen gibt.
Jep, der Naturvorstandsvorstehende hat an alles gedacht.

Mächtig malmende Mäuler kreieren das Soundambiente.
Biochemie nasennah: Ein lebender hundertfach doppelmägiger landwirtschaftlicher Produktionsapparat zieht am Caddybett vorbei.
Lila Himmelswand, wie in dem Song stinkt nach Industrienatur.

Panski schnarcht friedlich im hohen Gras während zarte Punkmusik aus seinem Telefon zwitschert.
Hätte ihn angesichts der Fleckenriesen gern liebevoll „Pansi“ gerufen.

Die Methangasproduktionsanlage riesiger Leiber schiebt sich währenddessen bewußtseinlos durch die Morgennebelromantik.
Aus Gras wird Gas.
Und Milch.
Und Fleisch (tasty Tod).
Es lebe der Pansen und die Rinderroulade später nach der Hinrichtung der Kaumaschine.

Ist das noch Bio?

Ich Stelle mir die Grasmengen vor, die durch diese vielen Pansis müssen, bevor wir Zungenragout, Entrecótè oder Blunsen auf unsere blankpolierten Teller bekommen!

Werde mal den Boss fragen, der uns heute eingeladen hatte.

Wir feiern schon die sechste Lebensdekade.

Bämmm…
Das Leben ist chneller vorbei als ein Nick Cave Konzert.

Ich werde es noch lernen, die Natur auch zu lieben.
Ich muss sie dazu ja nicht verstehen.

Möchte sie auch lieben,
wenn sie zurück schlägt mit 52 Grad im Polarschatten.