Anmerkung, 23. Januar 2026 

Jemand hat mich gebeten, meine Gedanken zum Thema „Fülle“ niederzuschreiben. Aus jetziger Sicht klingt das auch für mich etwas pathetisch. Doch als Zeitzeugnis lasse ich es hier so stehen.

Fülle ist jetzt. In mir.

Fülle, die ich erfahre, ist weder Masse noch Menge. Fülle im Sinne des höchsten Glücks ist nicht quantitativ erfassbar. Sie erfüllt mich, ergießt sich in mein Herz und über alles, was mich umgibt. Die Fülle hat sich mir mit machtvoller Großzügigkeit und egoloser Liebe gezeigt. Ich ersehne diesen Augenblick in der Ewigkeit, die gewiß ist.

Fülle ist nicht an fernen Orte, die ich ersehnte. Sie ist ganz nahe bei mir. Hier! Ich hatte sie nur noch nicht entdeckt.

Nein, ich fahre nicht weg. Ich bleibe da, wo ich bin, das ist der kürzeste Weg zu ihr. Hier!

Rühr Dich nicht! Spüre in Dich hinein und Du wirst sie erschauen, ohne dass Du Dich nur einen Millimeter wegbewegen mußt. Fülle ist keine Reiseentdeckung mit Autos, Schiffen oder Flugzeugen. Sie ist die Stille in Dir! Schau in Dich und ihre grenzenlose Weite eröffnet sich Dir mit strahlendem Glanz. Auch wenn es zunächst nur ein Moment war, habe ich Geduld und Zuversicht, die ich auch Dir von tiefstem Herzen wünsche.

Die alles umarmende Fülle ist nicht in der Zeit. Ihre allumfassende Jetztheit ist immer und war auch immer schon da. Ist Dein Herz einmal offen, fließt diese endlose Güte in dich hinein. 

Diese erfüllende Großartigkeit zu beschreiben kann nur ein lächerlicher Versuch bleiben. So wie dieser. Dennoch schreibe ich es Dir. Und da ich meine Fülle mit Dir teile, verbinden sich unsere Herzen. 

Fülle braucht keinen Reichtum, denn sie ist der ultimative Reichtum. 

Fülle erstrebt keinen Wohlstand, denn jeder Wohlstand ist in ihr.

Fülle will nicht gewinnen, denn sie ist der Sieg aller Kämpfe in der Vergangenheit und aller Kämpfe, die nicht mehr geführt werden müssen.

Das offene Herz ergießt sich und gibt, denn die Fülle ist unerschöpflich. Gier und Neid werden das nie erfahren und in Enge ersticken. Gib und es wird mehr. 

Du darfst nehmen, sagt die Fülle, denn es ist von allem genug da.

Du darfst geben, um das Nehmen zu lehren. Gib, denn es ist nicht Dein. Gib, denn loszulassen ist eine Grundlektion, um die Fülle erfahren zu können. Gib alles weg, was die Fülle daran hindert, sich Dir zu offenbaren. Gib diese begrenzenden Gedanken auf. Sie halten Dich in der verzweifelten Angst des Verlustdenkens. Und Du wirst alles wieder empfangen, vielfach vermehrt!

Lerne auch das Nehmen, denn Du bleibst niemandem etwas schuldig.

Dankbarkeit ist die Lehrmeisterin der Fülle. Aufrichtige, hingebungsvolle Dankbarkeit öffnet die Schleusen Deines Herzens und beschenkt Dich mit Schätzen, deren Existenz Du niemals auf dieser Welt vermutet hättest.

Ich Danke Dir dafür!

In der Fülle zu sein bedeutet, das gegenwärtig Gegebene annehmen zu können. Nimm an, doch hafte nicht daran. Klammere Dich nicht an alte Sichtweisen und Gewohnheiten, Dinge und Personen. 

Aus der Sichtweise der Fülle heraus wirst Du geleitet, jenes, das Dich erfüllt, für Dich wirken zu lassen. Vertraue darauf, dass nur dasjenige bei Dir bleiben wird, das Dich in der Fülle hält. Begrenzungen fallen ohne Dein Zutun und unmerklich von Dir ab.

Anfangs konnte ich die Fülle vor lautem, schreiendem Überfluß nicht erkennen. Ich wollte immer mehr von allem. Es war nie genug. Unachtsamkeit und konsumsüchtige Rastlosigkeit betäubten meine Sinne. Wenn ich unachtsam bin, in alte Muster zurückfalle, dann entgleitet mir diese Sichtweise. Das passiert auch, wenn ich meine Seele nicht höre und unehrlich zu mir selbst bin.

Fülle braucht Achtsamkeit und Mitgefühl.

Diese Fülle ist auch bei Dir.
Sie verbindet uns.
Für immer